BETA-Verfahren

Holz-an-Holz-Prothesen nach dem BETA-Verfahren

Das BETA Verfahren ist ein patentiertes Verfahren, für dessen Anwendung eine Lizenz notwendig ist. Am häufigsten angewandt wird diese Methode an Deckenbalken im Mauerauflagerbereich, die z.B. durch Feuchteeinwirkung, Echten Hausschwamm oder anderem pflanzlichen bzw. tierischem Befall bereits so geschädigt sind, dass die tragende Funktion nicht mehr gewährleistet ist. Dabei werden die stark geschädigten Abschnitte von Konstruktionshölzern durch Betaprothesen ersetzt, die über eingebohrte Glasfaserstäbe und Kunstharzverguss mit dem verbleibenden Querschnitt verbunden werden. Gelegentlich ersetzt der Kunstharzbeton den geschädigten Balken komplett.

 

Die Vorteile sind:

  • maximale Erhaltung der Originalsubstanz, da der Rückschnitt auf das notwendigste begrenzt bleibt
  • das äußere Erscheinungsbild der Holzkonstruktion wird nicht verändert
  • die erforderliche Arbeitsfreiheit um die Schadstelle ist vergleichbar gering.
Bennert Referenzmodul
Holz-an-Holz-Prothese
Bennert Referenzmodul
Kunstharzverguss-Prothese

In folgenden Fällen ist das BETA-Verfahren aus preislichen und konstruktiven Gründen zu bevorzugen:

  • Deckenbalkensanierung ohne Eingriff in die Unterdeckenkonstruktion (auch in bewohntem Zustand)
  • Sanierung komplizierter Knotenpunkte
  • Querschnittserhöhung profilierter Unterzüge
  • Stabilisierung geschädigter oder unterdimensionierter Holzkonstruktionen ohne Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes

Die gelegentliche Vermutung, dass es durch eine Sperrung der Wasserdampfdiffusion an der Klebenaht zu stark erhöhter Holzfeuchte und damit zur Schädigung des Holzes kommt, konnte durch Modellrechnungen und Versuche in der Klimakammer an der Materialprüfanstalt Weimar nicht bestätigt werden. Zudem kann zwischen dem Vergussteil und dem Holzbalken eine Fuge ausgebildet werden. Es besteht dann jedoch keine Klebefunktion mehr, die Tragwirkung verändert sich.

Bennert Referenzmodul
Aufgeschnittene Holz-an-Holz-Prothese
Bennert Referenzmodul
Eingeklebte Bewehrung
Geschädigte Balken werden bis auf gesundes Holz zurück geschnitten. Die Bohrungen für die Aufnahme der Bewehrungsstäbe erfolgen nach einem statisch notwendigen Muster.
Zum Verkleben der Glasfaserstäbe kommt Reaktionsharz (z.B. Holzan 20) zum Einsatz. Zusätzliche Querverdübelungen, ebenfalls aus Glasfaser und durch Reaktionsharz mit den Längsstäben verbunden, sorgen für die nötige Zugfestigkeit der Verbindung.

Bennert Referenzmodul
zeichnerische Darstellung des Aufbaus einer Prothese aus Spezialbeton oder Neuholz

Statt aus Holz kann das neue Balkenstück auch aus einem Spezialbeton hergestellt werden. Hierbei dient das Kunstharz als Bindemittel, die Zuschläge bestehen wie bei Normalbeton aus Kies und Sand.
Bennert Referenzmodul
Längsschnitt
Bennert Referenzmodul
Bohrungen im Altholz (Querschnitt)